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Die Rumtreiber

Hallo an alle lieben Besucher meiner Reiseseite,
- die per Zufall,
- einfach aus Neugierde weil sie meinen Bus mit der Aufschrift haben vorbeifahren sehen,
- oder weil ich es dir gesagt habe und meine/unsere Reisen verfolgen wollen!!


Vorspann
:
Am ersten Mai diesen Jahres wollte ich mit Chris (meine jetzige Ex), Alda und Luna, Deutschland mit unserem neu erworbenen Oldtimer.. einem wunderschönen Kässbohrer "Setra S 80B", (für Unkundige: es handelt sich hierbei um einen zum Wohnmobil umgebauten ehemaligen Reisebus (7,5t) mit den eleganten und beinahe niedlich zu nennenden Ausmaßen von fast acht Metern Länge, stolzen 2,5m Breite und annähernd drei Metern Höhe - der übrigens unbedingt noch einen Namen braucht.. wir denken er ist männlich und freuen uns natürlich schon auf eure Vorschläge!)

Bus Front

in Richtung Skandinavien verlassen um eine wunderbare neun Monate währende Europareise zu beginnen, doch es sollte alles etwas anders kommen!

Chris hatte ihren Job gekündigt und ihre Wohnung aufgegeben. Mein Haus konnte ich in liebevolle Hände gegeben zusammen mit allen Tiere die uns leider nicht begleiten konnten... (Vielen, vielen Dank an Malenka und Sven!!!). Nach all den Aus- Ein- und Umzügen mussten wir uns darauf einstellen nicht pünktlich Anfang Mai starten zu können.
Somit brauchten wir eine Bleibe, samt Bus, Katze "Luna" und Hund "Alda",

Alda und Luna

wo wir in aller Ruhe die noch zu bearbeitenden Stellen am Bus anzugehen gedachten.. wir kalkulierten für die Vorbereitungen etwa zwei Wochen ein... reinster Optimismus!

Bei Gabi und Otte vor dem Küchenfenster fanden wir die benötigte Fläche, und teils liebevolle und teils großzügigste Aufnahme (Euch einen sehr großen und einen etwas kleineren Dank!), an welcher wir nun die letzten Vorkehrungen am, im, und um den Bus treffen wollten. Wir fuhren zur Dekra um uns über eventuelle Mängel des Busses informieren zu lassen.. und siehe da: es war doch ein bisschen was zu tun: die Lenkkopfmanschetten sollten erneuert werden und die Bremsen.. waren nicht ganz in dem Bereich in dem sie sein sollten, obwohl Chris mental wirklich fest mit gebremst hat!
Ich bin Kfz-Schlosser, und ein Mensch dem die Sicherheit im Verkehr sehr am Herzen liegt.
Nach einem ungläubigen Blick auf die Bremswerte unseres Gefährtes packte packte ich mir einige in Chris`s Augen riesenhaft anmutende Werkzeuge, (ein paar unserer Wagenheber haben bereits das zeitliche gesegnet, unser Neuer kann zwanzig Tonnen heben - und halten und halten und halten... Sicher ist sicher!) montierte die Reifen ab und öffnete ES... unser erstes Problem.
Die Radbremszylinder in 35 Jahre alten LKW`s sind eben NICHT so wie die in heutigen LKW... also sind nicht mehr so viele davon da, da niemand sie mehr produziert, wie wir während unserer langwierigen Recherchen bemerken durften.
Es ist NICHT wie bei euren PKW, ihr fahrt irgendwohin, legt euren Fahrzeugschein auf die Theke und ein mürrischer Mann in blauer, ölverschmierter Kleidung bestellt im schlechtesten Fall das benötigte Teil zum nächsten Tag. Nein so ist es nicht.. - der mürrische Mann schüttelt nach seiner Suche im Computer das erste mal langsam den Kopf, greift sich dann einen der eselsohrigen, vergilbten und doch stets liebevoll behandelten Kataloge und durchwühlt sie so systematisch, dass klar wird wie lange der Katalog und der Mann sich schon kennen müssen.. und murmelt dann etwas wie: "die kriegen wir nicht mehr rein" selbst mit viel gutem Zureden bringt er keine neuen Erkenntnisse zutage und hinterher steht man etwas irritiert vor der Tür hinter der die Hoffnung wohnte.
Auch die Lenkkopfmanschetten für alte Kässbohrerbusse scheinen nicht mehr allzu begehrt zu sein.
Chris ist mit Homer (Danke!) durch Leverkusen, Odenthal, Kürten und halb Köln gefahren, wir sprechen von einem jener Tage: bei dreißig Grad im Schatten durch das unerträglich hupende, kreischende, blinkende Köln mit einem sehr widerwillig mitarbeitendem Navigationsgerät... auf der Jagd nach eben jenen Lenkkopfmanschetten - die natürlich nicht mehr in den Maßen, welche man vor 35 Jahren wählte um Lenkgestänge herzustellen, vorhanden sind und die heutzutage dummerweise mit bereits befestigter Stahlumrandung ausgestattet werden, die nur ein fein motorisch fähiger Mensch mithilfe eines Seitenschneiders und viel Geduld und noch mehr Gefühl sanft von den wie vergrößerte Milchfläschchenschnuller aussehenden Gummimanschetten abpfriemeln kann um dann letzten Endes feststellen zu müssen, dass sie immer noch nicht so passen wie sie es sollten, um die Lenkköpfe vor Verschmutzung zu bewahren... und weiter geht die wilde Fahrt mit dem widerwilligen Navi durch Köln... Bei Elbe (Danke auch an Euch!) werden sehr dehnbare und anschmiegsame Manschetten hergestellt, hier wurden wir letzten Endes fündig! Niemand scheint diese Manschetten mehr zu benötigen, außer uns und vielleicht noch ein paar Anderen, die ihren Bus ebenso lieben und ein modernes, komfortabel und durchdacht ausgestattetes Wohnmobil mit allen Schikanen und ohne plötzlich nicht mehr funktionierende Heizung oder Lichtmaschine, oder Kühlschrank.. (ähm.. ich greife vor..) gar nicht so sehr schätzen könnten wie sie es mit dem ihren und wie wir es nun auch mit dem unseren tun.

Wir bekamen die letzten beiden in Europa zu findenden neuen Radbremszylinder (hatte ich erwähnt, dass unser Bus derer zwei pro Vorderrad benötigt?!) und konnten diese in der rechten vorderen Bremse verbauen.. blieben nur noch die linken beiden, die erneuert werden mussten... nun wurden meine Methoden raffinierter, ich schickte unsere gebrauchten Zylinder ein und ließ diese durch die Firma Geueke liebevoll überholen. Danke auch an Thorsten, der uns zum Bus weitere gebrauchte Radbremszylinder sandte.
Natürlich braucht diese Art der Ersatzteilbeschaffung ihre Zeit... und daher verlängerten wir unser Asyl vor dem Küchenfenster um weitere zwei Wochen. Während wir auf das Eintreffen der in Überholung befindlichen Zylinder warteten, kamen wir auf die Idee, dass eigentlich die vier alten Bussitze, welche mit einer kleinen Tischplatte im Bus die Sitzgruppe symbolisierten, viel zu wenig Platz für unsere Sachen ließen. Also entschieden wir uns dort anstelle der alten Sitze eine Viererdinette einzubringen. Innenausbau ist Frauensache und so plante Chris, in guter alter Gärtnermanier mit Bleistift und Lineal die Dinette, welche, wie könnte es anders sein. an den Sichtseiten aus Ahorn bestehen sollte, sie ließ sich nicht lumpen und plante die Aussparungen für die Beine schräg um uns ein komfortables Sitzen zu ermöglichen... das Erleichterte unseren Dinettenausbau nicht wirklich.. sie ist nämlich kein Schreiner und ihr war nicht klar wie viel schwieriger die Konstruktion mit Schrägen sein würde... Der Baumarkt Knauber in Moitzfeld wurde zu ihrem zweiten zuhause und sie war, für die Unterstützung der Schreinerabteilung bei der Fertigstellung unseres "einfachen" Sitzmöbels, sehr dankbar!
Auch die alte Küchenarbeitsplatte aus dem Bus, welche vorher aus verleimten Laminatplatten bestand, sollte durch eine Ahornplatte ersetzt werden. Ahornplatten schleifen, ölen und nochmal schleifen, wurde zu ihrer zweiten Natur, sie schnell wieder zu zerkratzen um sie vor dem endgültigen Einbau noch einmal schleifen zu dürfen eine wahre Freude und sie beim Einbau wiederum zu zerkratzen war eine erstaunlich meditative Erfahrung für sie!
Eine alte Matratze verarbeitete sie mithilfe unserer neuen, unfassbar scharfen Keramikklinge zu den notwendigen Polstern, und IKEA war so freundlich ein paar wunderschön seeblaue Sofabezüge auszumustern, so dass sie günstig an den Stoff kam und zu unserem Erstaunen fast nichts mehr selbst nähen mussten um die Polster zu beziehen. In die Sitzgruppe wurde mein Büro eingearbeitet, inklusive Ordnerfach, Scanneraufhängung und Druckernische, da er während der Reise weiterarbeiten wird.

In der Zwischenzeit wurden die Radbremszylinder an uns zurückgeschickt und eingebaut, das Motoröl gewechselt, der Luftfilter erneuert, neue Kraftstofffilter und weitere zwei Wochen vergingen wie im Flug! Es war Mitte Juni als wir endlich begannen unseren Bus mit der gerade von euch verwendeten Internetadresse zu verschönern (Liebe Sandra, Dir noch einmal ganz vielen Dank für Deinen Einsatz, Deine Geduld, und deine Ideen bei der Gestaltung unseres Busses!), Norbert hat ihn beklebt und wir sind sehr glücklich über die schöne Beschriftung.
Bereits zu Beginn unserer Standzeit hatten wir ein paar Schränke eingebaut und nun wurden endlich die ersten Kisten hineingeräumt...
Aus unerfindlichen Gründen haben ein paar liebe Menschen aus unserem Freundeskreis beschlossen ausgerechnet im Sommer umziehen zu wollen.. was dazu führte ,dass wir handwerklich natürlich völlig unbedarft, zwischendurch noch eine Küche und Ein Klo in Neuss gefliest haben (HUHU Odo, Inga und Jesco, wir hoffen ihr habt euch gut eingelebt?!) und auch meine Geschwister sind mit ihrer Mutter umgezogen und wir hatten beim Küchenaufbau, welcher sich aus der schlichten Frage entwickelt hatte, ob wir vielleicht jemanden wüssten, der eine Küchenplatte zusägen könne (liebevolle Grüße an Odile, Joe und Susanne!) etwas Hilfe nötig - Nein.. so jemanden kennen wir natürlich nicht, und deshalb kommen wir lieber selber helfen...
- Und die Tage zogen ins Land -
Ich möchte nicht leugnen, dass uns die Zeit langsam ganz schön lang wurde... unsere Stimmung gelegentliche unerreichte Tiefpunkte erlebte und der nun schon so lange andauernde Stressfaktor sich an der Tiefe unserer Augenringe und dem Auftreten aller anderen vorstellbaren Streßsymptome deutlich zeigte.
In den letzten Tagen unserer unfreiwilligen Bauzeit vervollständigten wir die Staumöglichkeiten unter dem Bett und füllten diese mit allem nur erdenklichen Zeugs an, von dem wir jetzt nach nur einer Woche wirklicher Reise schon eine ganze Menge am liebsten zurückschicken möchten...

Seit Mittwoch, dem 13.07.2011 sind wir unterwegs und nun kommen wir endlich dazu die ersten Zeilen an Euch zu schreiben.
Natürlich haben sich die Ereignisse überschlagen seitdem wir aufgebrochen sind und es ist auch nicht alles so glatt gelaufen, wie wir es uns erhofft hatten. Mittwoch nachmittags sind wir losgefahren und haben Janina (liebe Grüße an Dich!) mitgenommen. Ihr haben wir es zu verdanken, dass wir seit Anfang der Woche einen festen Abreisetermin hatten, und schneller als wir es für möglich gehalten haben weg waren. Janina mußte sehr dringend noch am Mittwoch nach Osnabrück, und so war unsere erste Reisestation dort vor dem Futterhaus auf dem Parkplatz an einer leider recht belebten Straße.
Donnerstagmorgen wurden wir sehr gastfreundlich bei Janinas Freundin zum Frühstück eingeladen und fühlten uns sehr wohl, wozu neben dem leckeren Rührei natürlich auch die wunderbare und gerne zur Verfügung gestellte Dusche beigetragen hat! (Merci an Ines)
Nach dem leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Rostock, wo wir am Freitag gegen 15.00 Uhr die Fähre nach Schweden nehmen wollten. Donnerstagabend in Rostock stellten wir allerdings fest, dass unsere Bordbatterie leider nicht genug Spannung hatte um den Kühlschrank zu betreiben oder uns nachts mit Licht zu versorgen, geschweige denn den Zündfunken fürs Starten der Heizung zu erzeugen - um doofen Fragen über Heizung und Sommernächte zu entgehen.. an der Heizungsanlage hängt dann auch das warme Wasser.. infolgedessen parkten wir in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Rostocker Industriegebiet um morgens möglichst schnell jemanden zu finden der uns eine neue Batterie verkauft (Europart Rostock - Danke) und dann mal durchzumessen, ob denn die Lichtmaschine auch genug fördert um die neue Batterie während der Fahrt wieder aufzufüllen.
Die Lichtmaschine förderte - NICHT!
Also fuhren wir wieder hin und her,
ich denke wir durchquerten die Rostocker Innenstadt etwa fünfmal.. leider ist die im Bau befindliche Umgehungsstraße um Rostock noch nicht vollendet, eine halbe bis dreiviertelstunde Stau pro Strecke musste man da schon einplanen... Die Fähre fuhr natürlich ohne uns und wir waren sehr froh bei der Firma Trost einen neuen Lichtmaschinenregler erwerben zu können...

Lichtmaschinenregler

15.07.
Wir wollten weg... also fragten wir nach dem Ganzen Hin und Her nach wann die nächste Fähre von Rostock nach Trelleborg führe.. wir waren gegen 19.00 am Fährhafen, die Fähre sollte um Viertel vor elf abends abfahren und Trelleborg Morgens um 06.15 Uhr erreichen.. Wir kauften ein Ticket, gaben an dass wir Haustiere mitführten und wähnten uns in Sicherheit... endlich würden wir das reparaturbedürftige Deutschland hinter uns lassen!
- Weit gefehlt.
Als wir gegen 22.00 zum Einchecken (ja das heißt auch bei Fähren so) am Hafen ankamen schickte uns die Dame von Tor 2 zu ihrem Vorgesetzten, da es einen winzigen Passus in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Scandline gäbe, nachdem nur ein Wohnmobil ist, was auch bei seiner Produktion bereits als Wohnmobil vom Band gerollt ist...
Wir hingegen führen einen Reisebus wurde uns mitgeteilt. Der Preis für die Überfahrt mit einem Wohnmobil von acht Metern Länge von Rostock nach Trelleborg beträgt tagsüber 189 € und nachts 204 € incl. aller Fahrgäste und Haustiere. Der Preis für einen Reisebus hingegen beträgt 300 €.
Ich wurde etwas ungehalten und verließ unseren REISEBUS mit den Worten:" Da mach ich jetzt mal ein Fass auf." Leider war Chris nicht so geistesgegenwärtig mich zu begleiten, da wir vor der Abfahrt noch eine Mütze Schlaf getankt hatten und sienoch nicht ganz wach und eingekleidet war.. sehr schade! Da hat sie was verpasst!
Wir mussten dann doch nicht 300€ bezahlen und durften mit unserer bestehenden Buchung aufs Schiff... natürlich mussten wir nun länger warten, da wir uns wieder hinten anstellen mussten, doch das tat unserer guten Laune keinen Abbruch.


Weiter gehts indem ihr die einzelnen Länder auswählt, diese haben wir für euch chronologisch angeordnet.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Stöbern!

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